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Grußwort für die Wanderausstellung
„Holz macht Sachen!“

Exponat 070 – Kreisarchäologie Landkreis Dingolfing-Landau und
Kastenhof Landau – Das Museum für Steinzeit und Gegenwart
Steinbeil und bearbeiteter Holzstamm
Nachbildung von Lothar Breinl, 2020, Amphibolit und Eschenholz
Die Steinzeit hätte passender Holzzeit heißen müssen. Jahrtausende alte Steingeräte von damals findet man heute noch – Holz ist längst verrottet.
Die ersten Bauern, die vor 7400 Jahren nach Bayern kamen und ihre sesshafte Lebensweise mitbrachten, waren umgeben von Dingen aus Holz, Rinde und Rindenbast. Alles wurde verwendet – nicht nur zum Häuser bauen, auch für Einbäume (kanuartige Boote aus einem Stamm), Brunnen, Werkzeuge, Zäune, Gefäße, Körbe, Matten und sogar Kleidung!
Um Bäume zu fällen brauchte man allerdings doch wieder ein Steingerät – wie z.B. diese sogenannte Flachhacke aus grünlichem, metamorphem Gestein. Es wurde im Fluss Saalach, am Fuße der Alpen gesammelt. Gute Gesteine wurden manchmal über große Entfernungen importiert, eben z. B. aus den Alpen oder sogar aus dem heutigen Norditalien. Das intensiv grüne und sehr harte Gestein Jadeit war beispielsweise etwas ganz Besonderes und für den Besitzer eines solchen Werkzeuges ein Statussymbol.
Für die Stiele von Beilen und Äxten wurde regionales Holz verwendet. Hier ist es ein Wurzelanlauf einer Esche, also ein besonders widerstandsfähiger Teil eines ohnehin sehrzähen Holzes.
Die Menschen der Jungsteinzeit kannten die Eigenschaften unterschiedlicher Materialien und Bereiche der Bäume bestens. Sie wählten für jeden Zweck ein passendes Stück aus. Für Werkzeugstiele waren das häufig Stellen, an denen ein Ast oder eine Wurzel ansetzte, da diese besonders hart sind. Der Stiel unserer Flachhacke wird aufgrund seiner geschwungen Form Flügelholm genannt.
Beim Fällen von Bäumen mit Steinbeilen werden nicht die Holzfasern zerteilt wie bei einer eisernen Axt. Stattdessen werden mit Schlägen von oben nach unten Späne abgehoben – und das einmal rund um den Baum. Am Ende könnte man meinen, ein Biber wäre am Werk gewesen. Der Vorteil: Der Baumstamm hat schon eine Spitze und kann besser z. B. für den Hausbau verwendet werden. Einen Baum von 30 cm Umfang mit gutem Steinwerkzeug zu fällen dauert etwa eine Stunde – ganz schön fit, die Leute in der Steinzeit!
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