Exponat 016 – kult - Kultur und lebendige Tradition, Vreden

Klumpen

Holzschuhe aus der Werkstatt von Theodor Seggewiß (1888 – 1977) in Vreden-Ammeloe

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... zum Schuh: Seggewiß berichtet, dass er sich vor einiger Zeit noch eine Kopiermaschine von dem alten Holzschuhmacher Niestegge aus Vreden gekauft habe. Der mache nun auch nichts mehr. Maschinell gefertigte Holzschuhe galten vielen Bauern als zu klobig und die recht dünnwandigen Schuhe Nr. 4514 wurden sicher mit der Hand nachgearbeitet. In Ammeloe wurden hoge Kumpen met Spitzen (Deckelholzschuhe mit Spitzen) für die Männer hergestellt und lege Klumpen met Spitzen (flache Holzschuhe mit Spitzen) für Männer und Frauen). Die hogen Klumpen trug man bei der Arbeit auf dem Feld und im Stall, die legen Klumpen waren eher im Haus in Gebrauch. Die Deckelholzschuhe hielten warm, schützten den Fuß gut vor Nässe und sorgten dafür, dass beim Pflügen kein Sand in die Schuhe kommen konnte. Dieses Modell trugen auch Kinder ab einem Alter von zwei Jahren. Sie bekamen sie im Winter mit Stroh, Zeitung oder Kaninchenfell ausgeschlagen. An Sonntagen und in der Küche trugen die Erwachsenen überwiegend Schuhe der flachen Machart. In der Dauerausstellung zum Thema "Grenze" spielen die Holzschuhe eine besondere Rolle, da sie deutlich belegen, dass im traditionellen Handwerk und in der Nutzung dieses Schuhwerks keine staatlich / politische / kulturelle Grenze existierte, sondern der Grenzraum sich als eine Einheit verstanden hat.




Holziges Umweltstatement


Als neue Kultureinrichtung ist uns besonders wichtig, in allen Belangen unserer Tätigkeit nachhaltig und ökologisch zu wirtschaften. Wir möchten mit unseren Ausstellungen für den Wert und den Erhalt des naturräumlichen Umfelds werben und unsere Gäste für den bewussten Umgang mit Ressourcen sensibilisieren. Im Rahmen der Initiative "Tourismus NRW" sind wir auf der Naturroute durch das westliche Münsterland als zertifizierter Standort ausgezeichnet.




Über uns


kult Westmünsterland Das kult in Vreden vereint modernste Architektur, Museum, Forschung und Wissenschaft wie kaum ein zweites Haus in Westdeutschland. Hier könnte die Gegenüberstellung von alt und neu gar nicht größer sein: Sichtbeton, dominante Klinkerfassaden, lichtdurchflutete Bereiche und eine „Chill-out“-Zone setzen einen außergewöhnlichen Akzent auf der Kulturachse der Stadt Vreden. Volkskundliche und kunsthistorische Exponate aus dem Alltag der Menschen zeigen mehr als 1.400 Jahre in die Vergangenheit. Dieser Perspektivwechsel macht das kult so reizvoll und ungewöhnlich! An der Grenze zu den Niederlanden setzt das kult als Knotenpunkt für den Kulturaustausch ein architektonisches Highlight neben historischen Kirchen und dem Naturraum rund um die Berkel. Das kult wirkt als überregionaler Kooperationspartner in der kulturellen Bildung. www.kult-westmuensterland.de




Exponatbeschreibung 016: Klumpen


Die Holzschuhe gelangten im Jahr 1967 in den Sammlungsbestand des Museums. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Interview mit dem Hersteller geführt, aus dem die folgenden Informationen stammen: Die „Klumpen“ stammen aus der Werkstatt von Theodor Seggewiß (1888 – 1977) in Vreden-Ammeloe. Seggewiß absolvierte von 1902 – 1906 eine Lehre als Holzschuhmacher und erwarb später seinen Meistertitel. Er berichtet, dass „früher“ das ganze Dorf voller Holzschuhmacher gewesen sei, das habe aber in den 1960er Jahren stark nachgelassen. Die meisten hätten das Handwerk aufgegeben und fertigten nur noch auf Bestellung und für den Eigenbedarf.





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