Exponat 006 – Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München (MFA)

Dionysisches Maskenrelief 

Gipsabguss; Original: Villa Albani Rom, 1805

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Exponatbeschreibung 006: Dionysisches Maskenrelief


Das Maskenrelief evoziert die Atmosphäre der ländlichen, idyllischen Heiligtümer des Dionysos, auf dessen mythologisches Gefolge verweisen hier die ausdrucksstarken Masken von Papposilen (o.li.), weiblicher Mänade (o.re.) und Satyr (u.mi.); die Efeukränze sowie Trinkhorn (li.u.) und Thyrsos (Mitte oben) sind typische Attribute dieses Weingottes und seiner obigen Begleiter.

In antiken Kulten und ganz besonders im Kult des Dionysos spielte Musik eine große Rolle. Die auf dem Relief abgebildeten Musikinstrumente gehörten zu dessen Kult und wurden in dessen, oft in Hainen gelegenen Heiligtümern geweiht: Die Panflöte (re.u.), eines der ältesten Instrumente (seit ca. 2000 v. Chr.), diente als Metapher für die Altehrwürdigkeit des Dionysoskultes, der Doppelaulos (li.u.) als ein weiteres Blasinstrument sowie das Tympanon (Mitte oben), ein Perkussionsinstrument, bestanden aus Holz.




Holziges Umweltstatement


In den Gärten ihrer Stadthäuser versuchten die Griechen und Römer durch Objekte wie das Maskenrelief, die ländliche Idylle kleiner Heiligtümer „ins Stadthaus“ zu holen. Sie hatten den Wunsch, der Natur nahe zu kommen, und sehnten sich nach dem Segen idyllischer Landschaften. Daher waren sie bemüht, ihr Leben mit der Natur und den nach ihrer Vorstellung in dieser waltenden göttlichen Kräften in Einklang zu bringen; sie glaubten an einen Waldgott (Pan/Faun), dass Bäume/Wälder als höchstes Geschenk der Götter diesen geweiht seien und suchten diese Götter zu besänftigen.

Zum anderen wurde der Rohstoff Holz, vor allem in römischer Zeit, intensiv genutzt: Abholzung der Wälder für Schiffs- und Wohnungsbau, zur Heizung der Thermen und Häuser sowie zur Rohstoffherstellung (Töpferöfen, Ziegeleien, Metallindustrie, etc.).




Über uns


Das 1869 gegründete staatliche Museum zeigt ca. 2000 wertvolle originalgetreue Gipsabgüsse weltberühmter Skulpturen der griechischen und römischen Antike vom 7. Jh. v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr. (z. B. Laokoongruppe, Apoll vom Belvedere). Es präsentiert diese Meisterwerke, deren Originale in vielen verschiedenen Museen in aller Welt stehen, im Haus der Kulturinstitute. Von den über 500 m² Ausstellungsfläche sind die beiden 18 m hohen, lichtdurchfluteten Lichthöfe besonders beeindruckend. Die Exponate dienen der Vermittlung antiker Kultur, der Lehre für Studierende der Klassischen Archäologie sowie der Erforschung antiker Plastik und anderer wissenschaftlicher Projekte, wie dem Textilprojekt PENELOPE zur Erforschung von antiker Weberei und Mathematik. 2019 feiert das Museum sein 150-jähriges Bestehen mit der Sonderausstellung „Lebendiges Weiß“. Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München (MFA), Katharina-von-Bora-Straße 10, München 80333, www.abgussmuseum.de





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