Exponat 053 – ROBIN WOOD e.V. / ARA e.V. / FÖP – Forum Ökologie & Papier

Papier – gerecht verteilt? 

Papierverbrauch pro Kopf an einem Tag in sechs ausgewählten Ländern

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Exponatbeschreibung 053: Papier gerecht verteilt?


Papierverbrauch pro Kopf an einem Tag in sechs ausgewählten Ländern.

Auf der Weltkarte demonstrieren die Papier-Stapel aus Verpackungen, grafischen Papieren zum Beschreiben und Drucken sowie Hygiene- und Spezialpapieren den Papierverbrauch pro Kopf an einem Tag in sechs ausgewählten Ländern.

An den auffällig unterschiedlich hohen Stapeln erkennst Du das extrem unterschiedliche Konsumverhalten der Menschen und die ungleiche Verteilung von Ressourcen zwischen globalem Norden und Süden. Was sagst Du zu den Aussagen – Verblüffend, oder? Es wird deutlich, dass wir in den Industrieländern dringend aktiv werden müssen für eine Papierwende.

Quiz „Papier – wer weiß Bescheid?“

Du kannst in der Ausstellung am Quiz „Papier – wer weiß Bescheid?“ teilnehmen. Alle gewinnen, weil sie etwas dazu lernen – und natürlich winken tolle öko-faire Preise. Oder hier online.




Holziges Umweltstatement


Bewusster Umgang mit Papier ist aktiver Wald-, Lebensraum-, Ressourcen- und Klimaschutz. Hier sind wir alle gefragt – und mit einfachen Maßnahmen können wir viel erreichen! Denn Waldzerstörung und die damit einhergehende Vernichtung von Artenvielfalt schreiten weiter voran, auch weil rund 40 Prozent des weltweit industriell genutzten Holzes im Papier landen. Zudem ist die Papierindustrie drittgrößter Energieverbraucher und laut EPN für mehr CO2 Emissionen verantwortlich als der globale Luftverkehr.

Besonders wichtig ist deshalb Papiersparen. An zweiter Stelle steht die Nutzung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Dieses benötigt kein frisches Holz, spart fast zwei Drittel Energie und Wasser ein gegenüber Primärfaserpapier, bracht weniger Chemikalien und verringert das Abfallaufkommen. Vor allem aber reduziert Recyclingpapier den Druck auf die Wälder und trägt entscheidend zur CO₂-Einsparung bei.

Mach' mit – für eine Papierwende!




Über uns


ROBIN WOOD wurde 1982 gegründet. Der gemeinnützig anerkannte Umweltschutzverein arbeitet zu den Schwerpunktthemen Wald, Tropenwald, Energie und Mobilität. Ziel ist es dazu beizutragen, dass sich Unternehmen, Regierungen und Verbraucher*innen verantwortlich verhalten und für soziale und ökologische Gerechtigkeit einsetzen.

ARA (Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz) wurde 1987 als gemeinnütziger Verein gegründet, der sich für den Schutz von Wäldern, Biodiversität, Ressourcen und Klima – und für eine globale Umweltgerechtigkeit einsetzt. ARA initiiert Verbraucherkampagnen, Umweltbildungsprogramme, Ausstellungen und unterstützt Projekte und Menschen in Tropenwaldländern.

ROBIN WOOD und ARA sind Mitinitiatoren des bundesweiten Netzwerks Papierwende und arbeiten im Environmental Paper Network (EPN) mit. Während ROBIN WOOD auch Protestaktionen durchführt, leisten beide Vereine Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, entwickeln handlungsorientierte Materialien für Verbraucher*innen, Unterricht und Bildungsarbeit, Modellprojekte und setzen sich im Dialog mit der Wirtschaft auseinander.

Forum Ökologie & Papier (FÖP) engagiert sich als Zusammenschluss von Papierexpert*innen für einen deutlich verringerten Papierverbrauch, einen höheren Einsatz von Altpapier und die Stärkung der Nachfrage nach Recyclingpapier mit Blauem Engel. Schwerpunkte von FÖP sind wissenschaftliche Studien, Informationsarbeit und Workshops für Multiplikator*innen.

ROBIN WOOD e.V., Tel.: 040 380892-0, www.robinwood.de/papier

ARA e.V., Tel.: 0521 65943, www.araonline.de

Forum Ökologie & Papier, Tel.: 040 4201246, www.foep.info




Mehr Wissen ...


Etwa jeder fünfte eingeschlagene Baum landet weltweit in der Papierproduktion. Die Auswirkungen sind oft gravierend: Zerstörung von Urwäldern, Verlust wertvoller Waldökosysteme, dramatischer Rückgang von Tier- und Pflanzenarten. Dabei ist Waldschutz eine ganz entscheidende Maßnahme, um der Klimakrise wirkungsvoll entgegen zu treten! Deutschland ist in hohem Maße mitverantwortlich für die Zerstörung von Wäldern und die Missachtung der ländlichen Bevölkerung in vielen Teilen der Erde – noch heute leben rund 300 Millionen Menschen im und vom Wald. Denn wir Deutschen gehören zu den größten Papierverbrauchern weltweit mit durchschnittlich über 240 Kilogramm Papier pro Kopf im Jahr. Dies hat weitreichende Folgen: Denn für ein Kilogramm Papier aus Primärfasern werden 2,2 Kilogramm Holz benötigt – und nicht mal 20 Prozent des Holzes stammen aus deutschen Wäldern. Der Großteil erreicht uns als fertiges Papier und Zellstoff aus Skandinavien. Daneben hat sich Brasilien in den letzten Jahren zum größten Zellstofflieferanten für die deutsche Papierindustrie entwickelt. Zusammen mit den zunehmenden Importen aus Chile und Uruguay stammen etwa 45 Prozent des bei uns verarbeiteten Zellstoffs aus Südamerika. Die Gründe dafür sind wirtschaftliche: Während eine Fichte in Skandinavien 70 bis 80 Jahre braucht, können schnell wachsende Bäume wie Eukalyptus in Südamerika und auch Akazien in Indonesien bereits nach sechs bis sieben Jahren geerntet werden. Zudem sind im globalen Süden die Arbeitskosten deutlich niedriger und die Umweltauflagen schwächer. Davon profitieren internationale Großkonzerne, die in Brasilien oder Indonesien die Erweiterung der Produktion und neue Fabriken planen. Sie streichen die Gewinne ein, während die Bevölkerung vor Ort die ökologischen und sozialen Schäden zu tragen hat. Eine stets aktuelle Übersicht der Herkunftsländer des Holzes für unser Papier findest Du hier. Ein wichtiger Beitrag für den Wald-, Arten- und Klimaschutz ist deshalb ein bewusster, cleverer Umgang mit Papier, um überflüssige Mengen einzusparen. Doch davon sind wir weit entfernt: Was bei grafischen Papieren aufgrund der Digitalisierung inzwischen weniger verbraucht wird, nimmt durch immer mehr Verpackungen insbesondere im Onlinehandel zu. Die drittgrößte Papiersparte, die Hygienepapiere, sind seit dem Jahr 2000 um 50 Prozent gestiegen, wobei der Altpapieranteil unter 50 Prozent gesunken ist. Da die wertvollen Fasern nach nur einmaliger Nutzung unwiederbringlich verloren gehen, sollte hier100 Prozent Recyclingpapier mit Blauem Engel selbstverständlich sein. Der Papierverbrauch in Deutschland ist aktuell siebeneinhalb Mal so hoch wie im Jahr 1950. 1970 verbrauchten wir nur die Hälfte des Papiers von heute – etwa so viel wie Spanien und Norwegen aktuell – ohne einen Mangel zu empfinden. Seit einigen Jahren stagniert unser Verbrauch auf hohem Niveau, während er in anderen Ländern, wie z. B. Frankreich, Großbritannien, Schweden oder den USA, in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken ist. Der Papier- und damit der Ressourcenverbrauch ist global betrachtet sehr unterschiedlich. So verbrauchen wir Deutschen das fast 9fache an Papier im Vergleich zu Indonesien und das 24fache im Vergleich zu Indien. 14 Prozent der Menschen verschwenden rund 45 Prozent der globalen Papierproduktion. Umso entscheidender ist, dass wir unseren enormen Papierkonsum zurückfahren. Konkrete Tipps zum Papiersparen findest Du u. a. hier: – ROBIN WOOD Faltblatt „ Wo unser Papier wächst“ Papierwende Berlin – Die Broschüre "Papier. Wald und Klima schützen" vom Forum Ökologie und Papier kann als PDF heruntergeladen und als Druckversion produziert auf fünf unterschiedlichen Recyclingpapieren mit dem Blauem Engel kostenlos bestellt werden.





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