Exponat 047 – Stadt- und Kunstmuseum Wiedenbrücker Schule, Rheda-Wiedenbrück

Bozzetti-Fries 

Anton Mormann, 1910 

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Exponatbeschreibung 047: Bozetti-Fries


Das Bozzetti-Fries, von 1910, zeigt drei Figuren in unterschiedlichen Bearbeitungszuständen, die aus der bekannten Werkstatt Anton Mormann stammen. Das Bozzetti-Fries zeigt drei Bearbeitungsstadien einer in Arbeit befindlichen Holzskulptur. Die erste Phase zeigt den Zustand nachdem das Lindenholz blockförmig zugehauen und die groben Formen mit dem Balleisen angelegt wurden. Der zweite Arbeitsschritt zeigt den Zustand in dem der Bildhauer die Formen mit dem Flach- und Hohleisen oder dem Gaißfuß präzisiert hat. Die Eisen wurden durch den so genannten Klüpfel, ein hammerähnliches Werkzeug aus Holz, angetrieben. Nachdem die Feinheiten herausgearbeitet worden waren, wurden beim „Ausputzen“ mit dem Putzeisen noch vorhandene Spahnreste in den Falten und Konturen der künftigen Figur entfernt.




Holziges Umweltstatement


Holz macht Sachen – die Geschichte einer Stadt die seit Jahrhunderten von dem Rohstoff Holz abhängt und von ihm lebt. In einer steinarmen Gegend war die Fachwerkarchitektur die prägende Form des Wohnens. Künstlerische Einflüsse der Weserrenaissance sind bis heute an den dekorierten Gebäuden vom 15. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert zu finden. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und der Industrialisierung bildete sich ein überraschender Wirtschaftsschwerpunkt heraus. Sakrale Kunst im Stile des Historismus wurden über die Stadtgrenzen hinaus produziert und in bis heute 1900 Orte weltweit exportiert. Hochgradig netzwerkartig organisiert wurden in bis zu 25 Werkstätten und Ateliers gemeinsam für Großaufträge gearbeitet. Das System war modern: Ein „Generalunternehmer“ erhielt den jeweiligen Auftrag für eine komplette Kircheneinrichtung und verteilte die verschiedenen Bestandteile an die Nachbarn, die heimischen Bildhauer, Polychromeure, Maler und Ornamentiker weiter. Die Werkstätten fertigten arbeitsteilig die notwendigen Objekte. In bis zu 10 hohen Montagehallen wurden die Altäre und Großobjekte zusammengestellt, bevor sie über die Eisenbahn in alle Welt verschickt wurden. Aus der Kunst wurde im 20 Jh. die Möbelindustrie. Netzwerkteiliges Arbeiten mit dem Naturmaterial Holz ist Lebenselexier der Doppelstadt Rheda-Wiedenbrück.




Über uns


Das Stadt- und Kunstmuseum „Wiedenbrücker Schule“ in Rheda-Wiedenbrück wurde 2008 eingerichtet. Als ein modernes und innovatives Stadtmuseum mit zwei interessanten Ausstellungsschwerpunkten und einem attraktiven Sonderausstellungsprogramm hat sich das Haus positioniert. Als Haus wird die Stadtgeschichte der ehemaligen Hansestadt Wiedenbrück und darüber hinaus auch Aspekte der erfolgreichen Wirtschafts- und Kunstgeschichte der Stadt in der Zeit zwischen 1854 und 1920. Diese Epoche trägt den Titel „Wiedenbrücker Schule“ und war Namensgeberin. Diese Kunst- und Stadtgeschichte ist deutschlandweit einmalig, weil es sich der Epoche des Historismus und der Stadtgeschichte Rheda-Wiedenbrücks widmet.

Stadt- und Kunstmuseum Wiedenbrücker Schule, Hoetger-Gasse 1, 33378Rheda-Wiedenbrück, www.wiedenbruecker-schule.de




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