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Grußwort für die Wanderausstellung
„Holz macht Sachen!“

Exponat 068 – Museum KulturLand Ries
Herstellung eines Holzspeichenrades
angefertigt von zwei Wagnern aus dem Ries, Mitte 20. Jh.,
Hölzernes Wagenrad, 1. Hälfte 20. Jh.,
Gummibereiftes Wagenrad, 1970er Jahre
Jahrhundertelang waren für Transport und in Landwirtschaft hölzerne Wagen im Einsatz, gezogen von Pferden und Rindern. Für die Herstellung bildete sich ein eigener Beruf heraus, der Wagner. Besonders der Bau eines Holzspeichenrades erforderte große Fertigkeiten und galt als schwierigster Teil an einem Wagen.
Die wesentlichen Arbeitsschritte bei seiner Herstellung waren:
Zunächst fertigte der Wagner eine gut zentrierte Radnabe an der Drechselbank. Anschließend spannte er sie in den Nabenbock ein, um die Löcher für die Speichen einzustemmen, was sehr präzise erfolgen musste.
Die Speichen formte der Wagner mit einem Beil vor und brachte sie dann auf der Hobelbank mit dem Zugeisen in die endgültige Form. Im Radstock schlug er die Speichen in die vorgefertigten Löcher der Nabe ein.
Für die Felgen schnitt er nach Lehren (Schablonen) im entsprechenden Radius Segmentbögen aus dem Holz und setzte die Löcher für die Speichen. Zum Montieren der Felge auf die Speichen spannte er die Nabe in die Stellmacherbank ein, in der sich das Rad frei drehen konnte. Als nächsten Arbeitsschritt bohrte er das Achsloch in die Radnabe.
Um den Verschleiß des Holzrades zu minimieren, zog zum Schluss der Schmied noch einen Eisenreifen um die Felgen.
Den Belastungen durch die höheren Geschwindigkeiten und Zugkräfte des Traktors hielten die Holzräder nicht stand. Die meisten Bauern stellten daher bald auf gummibereifte Metallräder um.
Wagner (oder Stellmacher) stellten nicht nur Wagenräder, Wagen und Karren her, sondern auch Ackergeräte, Schlitten und Werkzeuge wie Heugabeln. Das Holz bezogen sie aus den umliegenden Wäldern. Die Holzauswahl trafen sie je nach Verwendungszweck und den Materialeigenschaften der Hölzer, z.B. Steifheit oder Biegsamkeit. Für Speichen und Naben von Rädern wurde Eichenholz verwendet, für Felgen Buchenholz, für Werkzeugstiele gerne Esche.
Ihr Haupteinkommen erzielten Wagner mit den häufigen Reparaturarbeiten, während Neuanfertigungen selten waren.
Zeichnung: Karl Höpfner (einige Bezeichnungen sind im Rieser Dialekt wiedergegeben: "Luix", "Mäggeholz")
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