Exponat 062–065 – Deutsches Bernsteinmuseum, Ribnitz-Damgarten

Aus dem Bernsteinwald 

ca. 40 Millionen Jahre alte Bernsteine

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Exponatbeschreibung 062–065: Im Bernsteinwald


Vor 38 – 50 Millionen Jahren erstreckten sich riesige, dichte Mischwälder über hunderte Kilometer von Norden nach Süden vom heutigen Skandinavien bis zum heutigen Schwarzen Meer und von Westen nach Osten vom heutigen Norddeutschland bis zum Ural und darüber hinaus.

Es herrschte ein ausgeglichenes, warm-gemäßigtes bis subtropisches sehr feuchtes Klima.

In diesen „Bernsteinwäldern“ hat der Bernstein seinen Ursprung, der heute an den Küsten von Ost- und Nordsee, aber auch im Binnenland zu finden ist. Er ist ca. 40 Millionen Jahre alt.

Die verschieden Formen natürlicher Bernsteinstücke spiegeln ihre Entstehung im oder am Baum wider. An der Außenseite der Bäume bildeten sich typische Fließformen, wie Tropfen, Zapfen und Schlauben.

Im Bernstein eingeschlossene Fossilien bezeichnet man als Inklusen. Die Einbettung von pflanzlichen und tierischen Organismen im Baumharz ist ein einzigartiges Naturphänomen.

Verschiedene natürliche Fließformen – Baltischer Bernstein:

062 Tropfen

063 Zapfen

064 Fließform mit Holzstruktur-Abdruck

065 Einschluss mit einer Schabe und einer Ameise




Holziges Umweltstatement


Bernstein aus der Blauen Erde – die Förderung ist nicht umweltverträglich

Meeresströmungen trieben die im Salzwasser schwimmenden Harze aus dem Bernsteinwald weiter nach Süden und lagerten sie fern von der Küste zusammen mit feinkörnigen Sanden ab. Wegen ihrer grünlich-blauen Färbung wurden die ca. 10 m mächtigen Sandschichten als „Blaue Erde“ bezeichnet. Es finden sich bis zu 2,5 kg Bernstein pro m³ Sediment. An den Steilküsten des Samlandes im einstigen Ostpreußen tritt die „Blaue Erde“ zu Tage und lässt sich landeinwärts weiter verfolgen. Die Ausbeute von Meer und Strand war schon im 17. Jh. nicht ausreichend, den Bedarf zu decken. So wurden die Steilküsten durch Tunnel und Gänge unterhöhlt. In der Mitte des 19. Jhs. begann der Strandtagebau und die Förderung auch unter Tage. Heute heißt der Inland-Tagebau russisch „Primorskij“ unweit der alten Grube Palmnicken (Jantarniy). Das Kaliningrader Bernsteinkombinat verbraucht immer noch riesige Flächen für seine Bernsteinförderung.




Über uns


Unter dem Motto: „Wo wir sind ist Sonne!“ – kann im Deutschen Bernsteinmuseum im Kloster Ribnitz der Magie des warm leuchtenden Sonnensteines nachgespürt werden.

Farben, Formen, Herkunft, Entstehung und Lagerstätten, all das wird in einer großzügigen Ausstellung entfaltet. Es warten faszinierende Einsichten, spektakuläre Einschlüsse, Insekten in dramatischen Überlebenskämpfen und Pflanzen aus den Wäldern vor über 40 Millionen Jahren auf ihre Betrachter. Bernstein findet sich weltweit – davon gibt es erstaunliche Kostproben.

Magische Amulette steinzeitlicher Jäger und antike Preziosen, mittelalterliche Schnitzereien, das verschollene Bernsteinzimmer in einer spiegelnden Illusion und eine Kunstkammer angefüllt mit kostbaren Bernsteinarbeiten des Barock vermitteln eine Ahnung von der großen Begeisterung die das „Gold der Ostsee“ ausübt.

Seit 1993 fördert das Deutsche Bernsteinmuseum regelmäßig junge und innovative Bernsteinkünstler. Das Klarissenkloster ist eine kleine Schatzkammer für sich.

Deutsches Bernsteinmuseum im Kloster Ribnitz, Im Kloster 1-2, 18311 Ribnitz-Damgarten, Tel.: 03821 4622, www.deutsches-bernsteinmuseum.de





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