Die beiden Gefäße aus grünstichigem Glas sind um 1600 in einem waldreichen
Gebiet in Deutschland hergestellt worden.
Einfache Gefäßformen waren die wichtigsten Produkte, die in kleinen Wanderhütten hergestellt wurden. Diese Glashütten wanderten, weil sie dem Holz folgten, dem Brennstoff für die Schmelzöfen. Erst wenn ein Gebiet abgeholzt war, zogen die
Glasmacher weiter an einen neuen Standort.
Holz als Feuerungsmittel, Holzasche als Flussmittel, Quarzsand und Kalk waren die wichtigsten Komponenten, die man für die Glasschmelze brauchte. In den sog. Waldglashütten stellte man seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert vorwiegend solches einfaches Gebrauchsglas her. Die Erzeugnisse aus meist grünstichigem Glas nannte man deshalb „Waldglas“.
Die grüne Färbung erhielt das Glas vom Eisenanteil im Quarzsand, der noch nicht vollständig gereinigt werden konnte, um klares Glas zu schmelzen. Erst den
Venezianern gelang es seit dem 16. Jahrhundert mit dem Einsatz von Soda statt Holzasche durchsichtiges Glas herzustellen.