Exponat 043 – Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB)

Holznagel  

Hellenthal (NRW), um 1817 und Zeitschrift "Der Holznagel" der IgB

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Exponatbeschreibung 043: Holznagel


Der Holznagel war früher eine wichtige Verbindung beim Holzbau. Dieser Holznagel kommt aus der Gerberei im Ort Hellenthal (NRW), die von engagierten IgB-Mitgliedern abgebaut wurde, um im Freilichtmuseum Lindlar eine neue Heimat zu finden.

Die Interessengemeinschaft Bauernhaus hat für ihr Publikationsorgan den Namen „Holznagel“ gewählt. Es verbindet viele Initiativen und verfestigt Wissen.

Der „Holznagel“ trifft die Probleme, die den Erhalt der ländlichen Bauten mit sich bringen, auf den Kopf und verbindet Menschen mit dem gleichen Engagement, damit sie die gute Sache nicht an den Nagel hängen.




Holziges Umweltstatement


Die Interessensgemeinschaft Bauernhaus setzt sich deutschlandweit für die Erhaltung ländlicher Bauten ein. Abgesehen von dem historischen Wert und dem wichtigen Zusammenklang zwischen Denkmal- und Kulturlandschaft ist der Erhalt unserer historischen Häuser nachhaltig. Zwei Drittel unseres Abfalls stammen heute aus dem Abriss von Gebäuden. Beton ist nicht patinafähig und hat meist nur eine kurze Lebensdauer, während viele Holzbauten aus dem Mittelalter noch erhalten geblieben sind. Auf dem Lande wurde im Wesentlichen mit dem Material Holz gebaut, da man es selbst erwirtschaften konnte. Der Wald lieferte Holz für Balken, Fachwerk und Dachschindeln. Heute gewinnt das Holz als nachhaltiger Baustoff wieder eine neue Bedeutung.




Über uns


Die IgB engagiert sich mit ihren rund 6.000 Mitgliedern deutschlandweit für die Erhaltung des gebauten Kulturerbes im ländlichen Raum und tritt für die Bewahrung der historischen Kulturlandschaften ein. Die IgB ist besorgt darüber, in welchem Maß zurzeit historische Bausubstanz in ganz Deutschland umgebaut oder sogar abgerissen wird. Gerade die ländliche Baukultur steht auf dem Spiel. Mitglieder der IgB sind Architekten, Handwerker, Bauforscher, Restauratoren und viele Menschen, die selbst ihr eigenes altes Hausrenoviert haben, sowie viele, denen der Erhalt der ländlichen Bauten wichtig ist.

Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V., moltke:höfe, Gebäude B, Moltkestraße 123-131, 50674 Köln,Tel. 0221 95795733, www.igbauernhaus.de




Mehr Wissen …


Die Interessengemeinschaft Bauernhaus ist die einzige bundesweit tätige Vereinigung, die sich seit Anfang der 1970er Jahre für den Erhalt historischer Baukultur auf dem Land und in der Kleinstadt einsetzt. Die Begeisterung für alte Häuser ist die große Gemeinsamkeit der rund 6.000 Mitglieder der IgB. Sie engagieren sich für dörfliche Gebäude wie Bauernhäuser, deren Nebengebäude sowie Landarbeiterkaten, städtische Ackerbürgerhäuser oder in der Feldflur gelegene Streusiedlungen. Die IgB sieht diese Wohnstätten als Ausdruck der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte vergangener Zeiten und wichtigen Teil des nationalen Kulturerbes, den es zu erhalten gilt. Das praktische Beispiel dieser Bauten ermöglicht überhaupt erst bau- und kulturgeschichtliche Hausforschung, die in der IgB groß geschrieben wird. Gleichzeitig vermitteln die in Fachwerkbauweise erstellten Häuser und Anlagen alte bewährte Handwerkstechniken wie beispielsweise Lehmbau und Holzständerbau, die zunehmend in Vergessenheit geraten. Alte Bausubstanz ist heute vielfach bedroht. Sowohl Wohnhäuser als auch Gebäudetypen wie beispielsweise Scheunen, Wind- und Wassermühlen werden durch veränderte Lebens- und Arbeitssituationen überflüssig. Gleichzeitig droht Wohngebäuden bei schwindenden Bevölkerungszahlen, insbesondere im strukturschwachen ländlichen Raum, Leerstand und Verfall. Hier gilt es, neue Konzepte zu entwickeln, denn ohne sinnvolle und wirtschaftlich tragfähige Nutzung ist der langfristige Erhalt historischer Bauten meist nicht zu verwirklichen. Die Devise lautet deshalb „nutzen durch umnutzen“, ohne dabei auf zeitgemäße Wohnbedürfnisse wie eine gute Heizung, angemessene Wärmedämmung und genügend Licht zu verzichten. Die IgB versteht sich als Interessenvertretung für alte Häuser und deren Eigentümerinnen und Eigentümer. Gleichzeitig sind in der Wertegemeinschaft auch solche Menschen sehr willkommen, die alte Häuser einfach schön finden und für ihren Erhalt plädieren, ohne eines zu besitzen. IgB-Mitglieder machen kein Hehl aus ihrer Begeisterung für die alten Häuser als lebendige Kulturzeugen. Sie wollen andere Menschen ermuntern, diese Bauten wieder mit jungem Leben zu füllen und sich beherzt mit deren Geschichte, Krummheit und Charme auseinander zu setzen. Die IgB unterstützt ihre Mitglieder beratend und praktisch vor Ort und bietet vielfältiges Fachwissen. Gleichzeitig hilft sie ihren Mitgliedern dabei, sich zu vernetzen und ihre Erfahrungen auszutauschen. So kann Hilfe geholt, aber auch wertvolles Fachwissen weitergegeben werden. Die vielen regionalen Exkursionen geben Einblicke in den Bestand und die Kultur alter Häuser in Deutschland. Außerdem setzt sich der Verein bei den relevanten Entscheidungsträgern in der Politik und in der Öffentlichkeit für den Erhalt und die Pflege alter Bausubstanz ein.





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