Exponat 023 – Cradle to Cradle e.V.

Baumscheibe

Der Einfluss des Menschen auf seine Umwelt

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Exponatbeschreibung 023: Baumscheibe


Auf der Baumscheibe sind die einzelnen Jahresringe zu erkennen. Jahresringe entstehen nur dort, wo es durch die klimatischen Bedingungen zu einer vorübergehenden Ruhe kommt (in unseren Breiten im Winter). Kein Baum wächst gleich. So schreiben die Baumringe die Geschichte und Umstände, das Klima und die Nährstoffversorgung auf, die um ihn herum passieren. Die Ringe eines Baumes verkörpern Wachstum und symbolisieren den natürlichen Kreislauf: Aufnahme von Nährstoffen, Generierung von Biomasse, der beim Verfall wieder Nährstoff für die nächsten Organismen ist. Diese, mit Kunststoffen modifizierte Scheibe stellt sinnbildlich den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt dar. Gleichzeitig zeigen die äußeren, geschliffenen Ringe den Ausweg in eine positive Zukunft. Mit dem Cradle to Cradle Prinzip lebt der Mensch im Einklang mit der Natur. Das Exponat ist der Gewinner eines vereinsinternen Ideenwettbewerbs und wurde in einem gemeinschaftlichen Workshop auf C2C Akademie 2019 von Ehrenamtlichen des C2C e.V. umgesetzt.




Holziges Umweltstatement


Wir wollen eine Welt, in der Menschen große positive Fußabdrücke hinterlassen. Weniger schlecht sein, das reicht uns nicht! Wir stellen die vorherrschenden Lebens- und Wirtschaftsweisen und die bloße Reduzierung unseres negativen Fußabdrucks infrage. Mit der Cradle to Cradle Denkschule und dem Designkonzept können wir Nützlinge sein, statt eine Belastung für den Planeten. Das C2C Designkonzept fußt auf den 3 Prinzipien „Nährstoff bleibt Nährstoff" (Abfall ist Nährstoff), „Regenerative Energie“ und „Vielfalt feiern“. Wir wollen Vielfalt feiern, Biodiversität fördern, gesunde, kreislauffähige und innovative Produkte und Materialien, regenerative Energie in der Herstellung, intakte soziale Strukturen und gesunde Arbeitsbedingungen. In dieser Welt wollen wir leben: In der C2C Denkschule und Designkonzept selbstverständlich sind!




Über uns


Cradle to Cradle – Umdenken für einen positiven Fußabdruck Der Cradle to Cradle e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich seit 2012 für einen positiven Fußabdruck des Menschen einsetzt. Inzwischen engagieren sich dafür mehr als 700 Aktive in über 50 Initiativen im deutschsprachigen Raum. Durch gezielte Bildungs- und Vernetzungsarbeit setzen wir uns dafür ein, dass gesunde Materialien für Produkte verwendet werden, die nach ihrer Nutzung in kontinuierliche Nährstoffkreisläufe fließen können. Unser Vorbild für die Cradle to Cradle (Von der Wiege zur Wiege) Denkschule ist die Natur, die keinen Abfall kennt. Neben Vorträgen, Workshops und regionalen Projekten veranstalten wir jährlich den weltweit größten Congress zum Thema Cradle to Cradle. Video: www.youtube.com/watch?v=g1tIGLy3PHw Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege e.V.
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Mehr Wissen … die C2C Denkschule


C2C Denkschule Wir haben die Böden vergiftet, die Luft verpestet, die Meere überfischt, die Wälder gerodet. Dass wir Menschen angesichts dieser Bilanz als Umweltbelastung wahrgenommen werden, erscheint zunächst logisch. Allerdings verleitet es dazu, die Menschheit als Widerspruch zur Natur wahrzunehmen, als Schädling, der seinen Fußabdruck reduzieren muss. Daraus resultiert, dass viele Menschen ihr Handeln mit negativen Folgen assoziieren und sich hauptsächlich damit beschäftigen, es zu beschränken – mit Reduktion, Verzicht und der Beschreibung eines negativen ökologischen Fußabdruckes. Aber warum nur weniger schlecht sein, wenn wir auch gut sein können?
Wir möchten, dass der Mensch als kreatives Wesen seine Fähigkeiten nutzt, positiv für Mensch und Umwelt zu handeln! In der C2C Denkschule ist der Mensch ein Nützling und Teil der Natur. Wir leben in ihr, agieren mit ihr und gehören als Lebewesen zu ihr. Wir sprechen daher weder von Herrschaft über die Natur noch von „Mutter Natur“, sondern von einer Partnerschaft mit der Natur. So tragen wir unseren Teil bei, haben ebenso das Recht zu existieren und zu handeln. Es braucht ein Wachstum von Intelligenz und Kreativität, um einen positiven Fußabdruck der Menschheit zu gestalten und diesen zu vergrößern. Dass dies möglich ist, zeigt die Praxis: Fabriken, aus denen das Wasser sauberer herausfließt, als es hineingeflossen ist; Häuser, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen; landwirtschaftliche Betriebe, welche die Böden nicht verwüsten, sondern karge Wüstenböden fruchtbar machen; Produkte, die mit gesunden Materialien für Kreisläufe gestaltet werden.
Lasst uns also einen positiven Fußabdruck hinterlassen! Lasst uns die Ketten alter Denkmuster sprengen, um alles um uns herum von Anfang bis (Neu-)Anfang zu denken und zu gestalten, von der Wiege zur Wiege.
Ein Blick in die Natur zeigt uns, wie das funktionieren kann: Ameisen sind zwar viel kleiner als wir Menschen, aber zusammengenommen ist ihre Biomasse um ein Vierfaches größer. Obwohl sie sich in fast allen Lebensräumen angesiedelt haben, stellt ihre Existenz kein Problem für die Umwelt dar! Was ist ihr Geheimnis? Sie sind wahre Wiederverwertungsmeister, die nicht nur ihre eigenen Materialien recyceln, sondern auch die Abfälle anderer Organismen. Nährstoffe werden kontinuierlich wiederverwendet. Müll existiert nicht – alles ist Nährstoff!
Bisher lässt die Ameise den Menschen im Hinblick auf sinnvollen Umgang mit Ressourcen alt aussehen. Dank unserer Wirtschaftsweise seit der industriellen Revolution gehen fast alle Roh- bzw. Nährstoffe verloren. Sie werden verbrannt, landen auf Mülldeponien oder verschmutzen die Umwelt. Dort bleiben sie nicht nur ungenutzt, sondern geben oft auch noch gefährliche Substanzen ab. Das Beispiel der Ameise zeigt: Es geht auch anders! Gesunde Materialien in Kreisläufen ermöglichen uns eine Existenz auf der Erde, die im Einklang mit natürlichen Systemen steht und uns als Nützling agieren lässt. Was wir brauchen, ist ein neuer Umgang mit Ressourcen und Stoffströmen: Schluss mit der kopflosen Vergeudung!
Mit der C2C Denkschule nehmen wir völlig andere Perspektiven ein, um den globalen Herausforderungen intelligent zu begegnen. Unser ambitioniertes Ziel, die gesamte Weltwirtschaft nach C2C zu gestalten, liegt noch in der Zukunft. Aber das ist kein Grund, den Mut zu verlieren. Die Geschichte zeigt, dass die Menschheit schon oft Fortschritte erzielen konnte, die niemand zuvor für möglich gehalten hat. Weniger schlecht sein, bedeutet die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind und das zerstörerische Handeln des Menschen zu legitimieren. Die C2C Denkschule zeigt auf, dass wir als Menschen – als Nützlinge – richtig handeln können. Wir müssen damit beginnen, in kontinuierlichen Kreisläufen zu denken, Materialien als Nährstoffe zu begreifen und den Menschen als Chance zu sehen. Die zentrale Botschaft der C2C Denkschule lautet daher: Habe Mut, deinen eigenen positiven Fußabdruck zu hinterlassen! Lasst uns die Welt als Nützlinge lebenswert gestalten.




Noch mehr Wissen … das C2C Designkonzept


C2C Designkonzept Was können wir als Nützlinge tun? Wo setzen wir an? Wie lässt sich Cradle to Cradle (C2C) in die Praxis umsetzen? Das C2C Designkonzept knüpft an die Grundannahmen der C2C Denkschule an und formuliert, was diese konkret für die Herstellung all unserer Produkte bedeutet. Mit dem Designkonzept optimieren wir nicht das Bestehende, möchten also nicht vermeiden, vermindern, verzichten. Stattdessen eliminieren wir Müll durch richtiges und intelligentes Design und formulieren eine Strategie des Wandels. Um das umzusetzen, umfasst das Designkonzept drei Prinzipien, die auf natürlichen Systemen aufbauen und verschiedene Aspekte berücksichtigen. Das erste Prinzip lautet „Nährstoff bleibt Nährstoff“ (Abfall ist Nährstoff), das heißt, dass alle Materialien, die wir verwenden, fortwährend in Kreisläufen zirkulieren. Müll existiert nicht. Im Unterschied zu klassischem Recycling büßen Materialien bei der Wiederverwertung nach C2C nicht an Qualität ein. Sie werden kontinuierlich als wertvolle Ressourcen betrachtet und gehen nicht mehr verloren, sondern sind immer „Nahrung“ für ein neues Produkt. Die Biosphäre beschreibt biologische Kreisläufe, in denen Verbrauchsgüter, die beispielsweise durch Abrieb in direktem Kontakt mit der Umwelt stehen, zirkulieren. Sie selbst oder der Abrieb müssen gesundheitsverträglich und kompostierbar sein. In der Technosphäre sprechen wir von technischen Kreisläufen für Gebrauchsgüter. Solche Produkt(-teile) nutzen sich nicht ab. Ist ihre Funktion erfüllt, stehen ihre Ressourcen für die nächsten Produkte zur Verfügung. Je nach Sphäre ergeben sich unterschiedliche Nutzungsszenarien und Anforderungen an ein Produkt, nach denen die Materialien für ein Produkt ausgewählt werden. Diese Materialien zirkulieren in kontinuierlichen Kreisläufen, trotzdem können die beiden Sphären bzw. Kreisläufe für ein Produkt eine sinnvolle Partnerschaft eingehen. Aber kreislauffähige Produkte allein reichen nicht! Das C2C Designkonzept fordert auch die Verwendung von Materialien, die in definierten Nutzungsszenarien gesund für Mensch und Umwelt sind. Denn fast jeder Prozess hat Nebenwirkungen. Mit C2C sollen sie jedoch so gestaltet sein, dass sie förderlich sind und demnach keinen Schaden verursachen und die Folgen auf die Umwelt reversibel sind. Wir müssen das große Ganze im Auge behalten. Es kommt also auf das Nutzungsszenario an, wo wir Materialien wie einsetzen. Bereits zu Beginn des Herstellungsprozesses muss den Produzent*innen klar sein, wofür sie ihr jeweiliges Produkt designen, wie es genutzt wird und auf wen oder was es wie einwirkt. Außerdem sind diese Materialien im C2C Designkonzept positiv definiert: Im Gegensatz zur weit verbreiteten „Frei von“-Mentalität wird definiert, welche Materialien ohne Bedenken in den jeweiligen Kreisläufen genutzt werden können. So verhindern wir, dass Schadstoffe einfach durch andere ersetzt werden. Für die Herstellung intelligenter, kreislauffähiger und innovativer Produkte ist das zweite Prinzip notwenig: „Nutzung regenerativer Energie“. Die Sonne (und davon abgeleitet Wind und Gezeiten) ist Motor aller natürlichen Prozesse und bleibt eine saubere und verlässliche Energiequelle für viele zukünftige Generationen. Dabei ist auch zu beachten, dass die Anlagen zur Energiegewinnung künftig ebenfalls nach den C2C Prinzipien hergestellt sind und deren Materialien in Kreisläufen zirkulieren. Das dritte Prinzip „Vielfalt feiern“ ist integraler Bestandteil der natürlichen Welt, denn die Natur zeigt: Vielfältige Ökosysteme sind oft widerstandsfähiger und flexibler. Vereinheitlichung, wie sie auch durch die industrielle Revolution entstand, ist oftmals eine Sackgasse. Das C2C Designkonzept fordert die Einbeziehung der Vielfalt an Ideen, Konzepten, Meinungen, Gewohnheiten und Kulturen, baut auf die menschliche Kreativität und Kompetenz und schließt die Anpassung an lokale Bedingungen mit ein. Jede*r kann sie sinnvoll nutzen und dazu beitragen, einen positiven Fußabdruck auf dieser Erde zu hinterlassen.





Audioguide - Cradle to Cradle e.V.
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