Exponat 033 – DEPI – Deutsches Pelletinstitut, Berlin

Stationen der Pelletproduktion  

Vom Wald über das Sägewerk und das Pelletwerk, bis hin zur Anlieferung

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Exponatbeschreibung 033: Holzpellets


Wo kommen die kleinen „Würstchen“ aus gepressten Sägespänen her, die in Zentralheizungen oder Pelletkaminöfen verbrannt klimafreundliche Wärme liefern? Pellets werden fast ausschließlich aus Spänen hergestellt, die in unseren Sägewerken entstehen. Damit aus einem runden Baumstamm ein eckiges Brett wird, werden die Seiten zuerst abgefräst – es entstehen grobe Späne, die Hackschnitzel. Wenn das Sägeblatt durchs Holz gleitet, fallen große Mengen feinere Späne an, die zu Pellets mit 6 mm Durchmesser gepresst werden. Kaum zu glauben, dass dieser ideale Rohstoff für die „kleinen Energieriesen“ früher wie Müll entsorgt werden musste! Der Schaukasten zeigt anschaulich im Maßstab 1:100 alle wesentlichen Stationen der Pelletproduktion: Vom Wald über das Sägewerk und das Pelletwerk, bis hin zur Anlieferung beim Kunden per Lkw. Einzelne Schritte können mittels Knopfdrucks beleuchtet werden.




Holziges Umweltstatement


Holzpellets verbrennen CO2-neutral. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung nur die Menge an Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird, die das Holz während des Wachstums aufgenommen hat. Damit schließt das Heizen mit Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung den CO2-Kreislauf. Hinzu kommen pro Kilowattstunde (kWh) 23 g CO2, die bei der Herstellung der Pellets entstehen und in der Klimabilanz zu berücksichtigen sind. Bei Heizöl sind es pro kWh Wärme 318 g, bei Erdgas 247 g CO2. Im Wärmesektor leisten die annähernd CO2-neutralen Pellets einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie sorgen bereits heute für eine Einsparung von mehr als 3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr im Vergleich zu den durch sie ersetzten Ölheizungen. Mit einer Pelletheizung lassen sich im Einfamilienhaus pro Jahr ca. 9,3 Tonnen an CO2-Emissionen einsparen – so viel wie mit keiner anderen Maßnahme im Haushalt (Quelle: DEPI/UBA).




Über uns


Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) wurde im Jahr 2008 mit Sitz in Berlin als Tochterunternehmen des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands e. V. (DEPV) gegründet. Das DEPI bündelt die Bereiche Kommunikation, Information, PR und Marketing rund um das Thema Heizen mit Holzpellets. Im Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft und Wissenschaft will das Institut als Kommunikationsplattform und Kompetenzzentrum das Thema dauerhaft ins öffentliche Blickfeld rücken und Verbraucher informieren. 2010 wurde das ENplus-Zertifizierungssystem für Holzpellets vom DEPI entwickelt. ENplus stellt nicht nur die Qualität bei der Pelletproduktion sicher, sondern überprüft auch Handel und Logistik. Dadurch ist eine lückenlose Qualitätssicherung und Transparenz vom Produzenten bis zum Endverbraucher möglich. Seit 2016 werden auch Holzbriketts und Hackschnitzel nach ENplus zertifiziert. Deutsches Pelletinstitut GmbH (DEPI), 10117 Berlin, Neustädtische Kirchstraße 8, www.depi.de




Mehr Wissen …


Pelletproduktion Holz ist ein wertvoller Rohstoff, der in Deutschlands nachhaltig bewirtschafteten Wäldern reichlich vorhanden ist. Holzpellets werden aus Koppelprodukten der Säge- oder Holzwerke hergestellt, also aus Spänen oder Hobelrückständen. Für eine Tonne Pellets werden sechs bis acht Kubikmeter Späne benötigt. Die Qualität des Rohmaterials spielt für das Endprodukt eine große Rolle. Deshalb finden Qualitätskontrollen von der Späneannahme über die Aufbereitung bis hin zum fertigen Pellet statt. Für die Pelletherstellung werden die Holzreste zunächst getrocknet, zerkleinert und schließlich durch eine Matrize gepresst. Hierbei stellen unterschiedliche Holzarten und verschiedene Feuchtigkeitsgrade eine Herausforderung für die Verarbeitung dar. Nur homogenes Material kann in der Presse verarbeitet werden. Das Pressen funktioniert ohne chemische Zusätze. Unter hohem Druck werden die Späne durch die Matrize in die typische Zylinderform gebracht. Holzeigene Lignine und Harze werden durch die dabei entstehende Wärme und restliche Holzfeuchte zum Naturkleber, der die Holzfasern zusammenhält. Lediglich eine Zugabe von max. zwei Prozent Presshilfsmitteln wie pflanzliche Stärke ist erlaubt. Das Lignin sorgt auch für die glänzende Oberfläche der Pellets. Schließlich wird der Feinanteil von den Pellets gesiebt. Durch eine regelmäßige Qualitätssicherung und interne Analyse der Pellets wird die hochwertige Qualität sichergestellt. Bereits bei der Produktion von Holzpellets achten die Hersteller darauf, möglichst wenig Energie einzusetzen. So liegt der Energieaufwand für die Herstellung von Pellets bei nur 2,7 Prozent. Dieser Aufwand ist im Vergleich zu anderen Brennstoffen wie Erdgas (zehn Prozent) und Heizöl (zwölf Prozent) sehr gering. In Deutschland gibt es im ganzen Land verteilt mit Schwerpunkt in den waldreichen Mittelgebirgen rd. 50 zertifizierte Produktionsstätten für Holzpellets. Ca. ein Drittel dieser Produktionsstätten liegen direkt neben einem Sägewerk, aber auch bei den anderen Werksstandorten sind die Lieferwege des Rohstoffs in der Regel sehr kurz. Rd. 40 Unternehmen betreiben die Werke, so dass ein reger freier Wettbewerb mit transparenter Preisbildung besteht – anders als bei fossilen Energieträgern. Wer mit Pellets heizt, profitiert von niedrigeren Brennstoffpreisen. Im Vergleich zu den Preisen für fossile Energieträger, die starken Schwankungen unterliegen, hat sich der Pelletpreis in den vergangenen Jahren als eigenständig und stabil erwiesen. In den letzten zehn Jahren waren Pellets im Schnitt rd. 30 Prozent günstiger als Heizöl. Dank des günstigen Pelletpreises amortisiert sich der Kauf einer Pelletheizung in der Regel bereits nach wenigen Jahren. Wer sich für den Kauf einer Pelletheizung entscheidet, profitiert zudem von der staatlichen Förderung. Für den Tausch einer alten Öl- oder Gasheizung gegen eine moderne Pelletheizung gibt es mind. 4.200 Euro staatlichen Zuschuss über das Marktanreizprogramm (MAP) und das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE). Auch wasserführende Pelletkaminöfen werden gefördert (Stand 2019). Rohstoff und Versorgung Von der in deutschen Sägewerken jährlich im Schnitt verfügbaren Menge von rd. 7 Mio. Tonnen (t) werden heute rd. 2 Mio. t zur Pelletproduktion genutzt. Mit dieser reichlichen Rohstoffbasis können wir uns in Deutschland komplett selbst mit Pellets versorgen – und in Zukunft auch viele neue Pelletheizungen und Pelletkaminöfen! Altholz und Waldrestholz werden aus qualitativen Gründen nicht zu Holzpellets verarbeitet. Die strengen Luftreinhaltevorschriften könnten mit diesen Rohstoffen nicht eingehalten werden. Genauso wenig wird hochwertiges Sägeholz eingesetzt, das viel zu teuer wäre. Die in Deutschland verbrauchten Pellets stammen zum überwiegenden Teil aus Deutschland und aus seinen Nachbarländern. Pelletimporte aus Übersee spielen nur eine geringe Rolle. Gleichzeitig werden mehr Pellets aus Deutschland exportiert als importiert.





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