Exponat 045 – Würzburger Prothesensammlung „Second Hand“ Zentrum Bayern Familie und Soziales – Region Unterfranken, Würzburg

Holz zum Greifen  

Sauerbruch-Arm mit Hüfnerhand, Deutschland, 1999

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Exponatbeschreibung 045: Armprothese


Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) entwickelte während des Ersten Weltkrieges eine Operationsmethode, bei der durch intakte Muskeln des Armstumpfs ein mit Haut ausgekleideter Tunnel gelegt wurde, in den man einen Stift schieben konnte. Dieser Stift übertrug willkürliche Muskelanspannung auf die Zugleitungen der hölzernen Prothesenhand. Die von Jakob Hüfner (1874-1968) entwickelte mechanische Ersatzhand konnte so aktiv geöffnet und geschlossen werden. Nach Erlernen und Üben der notwendigen Bewegungsabläufe ermöglichten diese Armprothesen vielen Patienten ein hohes Maß an Selbständigkeit im Alltag.




Holziges Umweltstatement


Holz war schon immer ein geeigneter Werkstoff und fester Bestandteil in der Prothetik. Bei einer der ältesten Prothese aus dem frühen ersten Jahrtausend vor Christus, der sogenannten Kairo Zehe, handelte es sich um eine der amputierten Großzehe nachempfundene Holzkonstruktion, die mit einem umfassenden Leder am Amputationsstumpf befestigt wurde.

Auch wenn moderne Prothesen der heutigen Zeit aus einem Konsortium von unterschiedlichsten Materialarten wie Stahl, PVC und vor allem Silikon bestehen, so bleibt Holz nach wie vor ein geeigneter Werkstoff, der auch weiterhin seine Daseinsberechtigung finden wird. Denn Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der verhältnismäßig preiswert beschafft werden kann und überall auf der Welt zur Verfügung steht. Es lässt sich gut bearbeiten und besitzt gute thermische Qualitäten und trotz seiner Robustheit nur ein geringes Gewicht. Zudem ist Holz umweltfreundlich und biologisch leicht abbaubar. Diese Vorteile lassen sich von keinem anderen Werkstoff so leicht übertreffen.

Als Landesbehörde des Freistaates Bayern versucht das Zentrum Bayern Familie und Soziales in allen Bereichen den Umweltschutzgedanken mit einfließen zu lassen. So wird in unserer Behörde nur Druckerpapier verwendet, das aus recyceltem Papier hergestellt wurde. Elektrotankstellen stehen sowohl Besuchern als auch Beschäftigten zur Verfügung und in der Kantine wurden Plastik-Strohhalme genauso verbannt wie Einweg-Kaffeebecher aus Kunststoff. Nur wenn jeder seinen – auch noch so kleinen – Beitrag leistet, kann Umweltschutz gelingen.




Über uns


Die "Würzburger Prothesensammlung" ist eine öffentlich zugängliche Sammlung und verfolgt den Zweck, die historische Entwicklung zu zeigen sowie das Verständnis für Menschen mit Behinderung zu verbessern. Durch die neuste Erweiterung kann der Besucher nunmehr "selbst erfahren" wie sich sein Äußeres im Laufe des Lebens verändert, wie es sich anfühlt, wenn man älter wird, welche Einschränkungen damit verbunden sein können. AgeMan-Alterungsanzüge ermöglichen es den Besuchern, Alterungsprozesse "hautnah" zu erleben. Mit Hilfe von Virtual Reality-Brillen, auf denen 360-Grad-Filme aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers sowie eines Seheingeschränkten abgespielt werden, wird dem Besucher ein Perspektivenwechsel der besonderen Art ermöglicht.

Würzburger Prothesensammlung "Second Hand“ Zentrum Bayern Familie und Soziales – Region Unterfranken, Georg-Eydel-Str. 13, 97082 Würzburg, www.zbfs.bayern.de




Mehr Wissen …


Wälder und ihre Funktionen sind in Gefahr. Wald und Forstwirtschaft mildern den Klimawandel. Stabile, zukunftsfähige Wälder und sinnvolle Holzverwendung haben eine Schlüsselrolle im Klimawandel. Die Erhaltung des Waldes und seiner Funktionen ist wichtig. Eignung und Verträglichkeit neuer Baumarten sind zu prüfen. In waldarmen Bereichen sollte der Waldanteil zunehmen, v.a. wegen der Fähigkeit von Wäldern, Kohlendioxid zu speichern. Wir setzen uns dafür ein, dass die Verwendung des umweltfeundlichen und nachwachsenden Rohstoffes Holz gefördert wird. Wir geben dem Wald als "Opfer wie als Retter" im Klimawandel in der Öffentlichkeit eine Stimme. Wir leisten einen Beitrag zur Pflege und zum Aufbau stabiler zukunftsfähiger Mischwälder. Wir treten ein für den gesetzlich verankerten Grundsatz „Wald vor Wild“, damit die wichtigen Mischbaumarten ohne Zaunschutz aufwachsen können.





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