Holz im Bergbau
Wird im Gebirge ein Hohlraum angelegt, beginnt das Gestein, in diesen hineinzudrücken. Um einen Grubenbau längerfristig offenhalten und die Sicherheit der Bergleute gewährleisten zu können, muss er ausgebaut werden. Bis in das 19. Jahrhundert wurde dafür überwiegend Holz verwendet.
Exemplarisch wird ein Schachtausbau des 16. Jahrhunderts bei Niederrunding (Lkr. Cham, Reg.-Bez. Oberpfalz) vorgestellt. Der Schacht wurde in einer Störungszone mit einem Quarzgang und zersetztem Granit abgeteuft. Die Sicherung des Gebirges gegen ein Hereinbrechen erfolgte mit einem Geviertausbau aus Tannen- und Fichtenhölzern.
Messungen im Dendrolabor des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Thierhaupten zeigten, dass die Fichten und Tannen im Jahr 1529 gefällt wurden. Da die Fichtenstämme im Winterhalbjahr geschlagen wurden, ist ein Beginn der Arbeiten frühesten ab dem Frühjahr 1530 möglich.