Zeidlerei
Das Wort kommt vom altdeutschen „zeideln“ und bedeutet „Honig schneiden“.
Zeidlerei war die im Mittelalter von einer eigenen Zunft, dem Berufsstand der Zeidler, gewerblich betriebene Honiggewinnung. Verbreitet war die Zeidlerei im nordosteuropäischen Raum. Die bekannteste Zeidelweide war der Nürnberger Reichswald, „des Heiligen Römischen Reiches Bienengarten“ genannt.
Um den Bienen Nistmöglichkeiten zu bieten, haben die Zeidler in etwa sechs Meter Höhe von alten Bäumen, bevorzugt Kiefern künstliche Höhlen („Beuten“) gehauen. Die Höhle wurde mit einem Flugloch versehen und mit einem Brett verschlossen. Damit der durch die Aushöhlung geschwächte Stamm nicht durch Windbruch verloren ging, wurde die Baumkrone abgeschnitten („gewipfelt“).
Zur Honigernte wurde das Verschlussbrett entfernt und mit einem speziellen Zeidelmesser die Waben mit dem Honig ausgeschnitten. Honig war im Mittelalter das einzige Süßungsmittel und Wachs wurde für die Beleuchtung von Kirchen, Klöstern und Burgen gebraucht.
Im 16. Jhd. wurde die Zeidlerei allmählich aufgegeben. Die Zeidler schnitten die in die Bäume gehauenen Beuten aus den Stämmen und stellten diese „Klotzbeuten“ in die Hausgärten. So begann die Hausbienenhaltung. Die Klotzbeuten wurden später durch Strohbeuten ersetzt. In der heutigen Imkerei werden die Bienen überwiegend in Magazinbeuten aus Holz gehalten.