Exponat 057–059 – Landesverband Bayerischer Imker e.V., Bezirksverband Imker Oberpfalz e.V., Vilseck  

Holz, Baum, Wald und Biene 

Honiggewinnung gestern und heute 

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Exponatbeschreibung 057: Klotzbeute und Zeidlerei


Zeidlerei Das Wort kommt vom altdeutschen „zeideln“ und bedeutet „Honig schneiden“. Zeidlerei war die im Mittelalter von einer eigenen Zunft, dem Berufsstand der Zeidler, gewerblich betriebene Honiggewinnung. Verbreitet war die Zeidlerei im nordosteuropäischen Raum. Die bekannteste Zeidelweide war der Nürnberger Reichswald, „des Heiligen Römischen Reiches Bienengarten“ genannt. Um den Bienen Nistmöglichkeiten zu bieten, haben die Zeidler in etwa sechs Meter Höhe von alten Bäumen, bevorzugt Kiefern künstliche Höhlen („Beuten“) gehauen. Die Höhle wurde mit einem Flugloch versehen und mit einem Brett verschlossen. Damit der durch die Aushöhlung geschwächte Stamm nicht durch Windbruch verloren ging, wurde die Baumkrone abgeschnitten („gewipfelt“). Zur Honigernte wurde das Verschlussbrett entfernt und mit einem speziellen Zeidelmesser die Waben mit dem Honig ausgeschnitten. Honig war im Mittelalter das einzige Süßungsmittel und Wachs wurde für die Beleuchtung von Kirchen, Klöstern und Burgen gebraucht. Im 16. Jhd. wurde die Zeidlerei allmählich aufgegeben. Die Zeidler schnitten die in die Bäume gehauenen Beuten aus den Stämmen und stellten diese „Klotzbeuten“ in die Hausgärten. So begann die Hausbienenhaltung. Die Klotzbeuten wurden später durch Strohbeuten ersetzt. In der heutigen Imkerei werden die Bienen überwiegend in Magazinbeuten aus Holz gehalten.




Holziges Umweltstatement


Honig- und Wildbienen sind „systemrelevant“, weil sie im Kreislauf der Natur eine Schlüsselfunktion einnehmen. Beim Sammeln von Nektar und Pollen bestäuben sie ganz nebenbei die weiblichen Geschlechtsorgane der Blütenpflanzen. Dadurch erst können Samen und Früchte in großer Zahl und guter Qualität wachsen. Das dient der eigenen Arterhaltung und liefert zudem Menschen wie Tieren noch wertvolle Nahrung.

Die große Zahl der Freizeitimker sorgt bei uns für eine gute Verteilung der Bienen und so auch für eine flächendeckende Bestäubung. Weil Bienen meist mehr Honig erzeugen und Pollen sammeln als sie zum Überleben selbst brauchen, kann der Imker den Überfluss als schmackhaftes Lebensmittel ernten. Damit können wir aber nur ein Viertel unseres Honig-konsums decken.

Den Mehrbedarf an Honig kann man importieren, die Bestäubung nicht!




Über uns


Landesverband bayerischer Imker Das Hauptanliegen unserer Verbandsarbeit ist die Förderung der Bienenzucht und damit die Sicherung der Befruchtung der Obstbäume und der insektenblütigen Kultur- und Wildpflanzen sowie die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege, die Förderung der Bienengesundheit und -hygiene und die Bekämpfung der Bienenkrankheiten. Landesverband bayerischer Imker, Weiherhofer Hauptstraße 23, 90513 Zirndorf, Telefon: 0911 558094, Fax: 0911 5819556, E-Mail: info@lvbi.de, https://www.lvbi.de




Exponatbeschreibung 058: Magazinbeute


Magazinbeute In der Imkerei werden Bienen heute überwiegend in „Magazinbeuten“ aus Holz gehalten. Eine komplette Beute besteht aus einem Bodenteil, zwei bis drei kompatiblen Zargen mit je 10 Rähmchen für die Waben und einen Deckel.




Exponatbeschreibung 059: Honig


Honig Rohstoff für Honig ist der von den Arbeitsbienen gesammelte Nektar aus den Blüten und Honigtau von Waldbäumen. Die Bienen reduzieren den hohen Wassergehalt des Rohstoffs und fügen bis zur Reife dem Honig eigene Inhaltsstoffe bei. Honig enthält bis zu 180 natürliche Substanzen und Inhaltsstoffe. Blütenhonige gibt es v.a. von Raps, Löwenzahn und Obst. Der dunkle Waldhonig stammt von Fichte, Tanne, Kiefer, manchmal auch von Laubbäumen wie Eiche, Ahorn, Linde. Informationen zu Pollen, Propolis und Bienenwachs findest Du im Bereich "Mehr Wissen…"




Mehr Wissen…


Bienenerzeugisse Neben dem Honig sammen und produzieren die Bienen: Pollen Pollen sammeln die Bienen ausschließlich von den „Staubbeuteln“, den männlichen Geschlechtsorganen an den Blüten. Er ist der wichtigste Eiweislieferant, das „Bienenbrot“ für die Brut und die Jungbienen. Pollen ist aber auch ein wertvolles Lebensmittel für den menschlichen Verzehr. Propolis Propolis oder auch Kittharz genannt, sammeln die Bienen v.a. im Spätsommer von den Knospen der Bäume. Es umgibt diese schützend als harzige Absonderung. Das Propolis enthält keimtötende, bakterizide Inhaltsstoffe. Die Bienen verwenden das Propolis zum Abdichten von Ritzen und Öffnungen in der Bienenbehausung. In der Naturheilkunde wird Propolis als Antibiotika eingesetzt. Bienenwachs Wachs erzeugen die Bienen aus Drüsen am Hinterleib selbst. Wachs ist der Baustoff, aus dem die Bienen den Wabenbau errichten. Die Waben sind das Mobiliar der Bienenwohnung. In den Waben wird die Brut aufgezogen und Honig und Pollen gelagert. Bienenwachs wird auch als Rohstoff für Kerzen, Kosmetika und Salben verwendet.





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