In der Hälfte der 200 (Volks-)Märchen der Gebrüder Grimm sowie in vielen Kunstmärchen, v.a. der Romantik (z.B. Hauff, E.T.A. Hoffmann) haben Baum und Wald eine große, vielfältig symbolische Bedeutung.
Im hier dargestellten Grimm'schen „Schneeweißchen und Rosenroth“ wird die Harmonie zwischen Mensch und Natur/Wald sowie den dortigen Tieren veranschaulicht, ein zentrales Thema der Künstlerin: Beide Schwestern leben in inniger Verbundenheit mit der Natur: „Oft liefen sie im Walde allein umher …, aber kein Tier tat ihnen etwas zuleid, sondern sie kamen vertraulich herbei: das Häschen fraß aus ihren Händen, … der Hirsch sprang lustig vorbei, und die Vögel ... sangen.“ Im Weiteren spiegelt der böse, später getötete Zwerg den die Natur zerstörenden Menschen, der Bär, der naturverbundene Mensch, wird wie die Schwestern belohnt.
Das Bild wurde, was selten im 20. Jhd. ist, statt auf Leinwand auf Holz gemalt.