Exponat 066 – Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG) 

Biomasseheizkraftwerk (BMHKW)  

Stationen der Wärmegewinnung durch Holzhackschnitzel am Beispiel des BMHKW Aschaffenburg

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Exponatbeschreibung 066: Biomasseheizkraftwerk


Energie aus Holz:

Das Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG) erzeugt jährlich mit Kraft-Wärmekopplung rund 10.000 MWh Strom und 35.000 MWh genutzte Wärme. Die Verbrennung von Holz anstatt fossiler Brennstoffe spart pro Jahr ca. 15.000 Tonnen CO2 ein.

Das Exponat zeigt alle wesentlichen Stationen von der Verbrennung der Holzhackschnitzel bis zur Ankunft als „Ökowärme“ in der Stadt:

  • Holzhackschnitzel aus der Landschaftspflege werden im BMHKW angeliefert.
  • Das Holz wird in einem Kessel verbrannt und spezielles Öl dadurch verdampft.
  • Der Dampf treibt die Turbine und diese den Generator an, der Strom erzeugt.
  • Der Strom wird direkt ins Aschaffenburger Stromnetz geleitet.

Bei der Erzeugung des Stroms entsteht im Kraftwerk auch Wärme, die in einem 8,4 km langem Fernwärmenetz bis in die Aschaffenburger Innenstadt fließt. Mit Ökowärme beheizt werden zum Beispiel das Schloss Johannisburg, das Rathaus, die Stadthalle, verschiedene Museen und Kirchen.




Holziges Umweltstatement


Das Biomasseheizkraftwerk erzeugt Energie aus Holz


Mit dem Bau des Biomasseheizkraftwerks (BMHKW) im Jahr 2010 und der konsequenten Umstellung des Fernwärmenetzes in Aschaffenburg auf klimaschonende Wärme aus Bio-masse hat die AVG schon sehr frühzeitig die Weichen für die Energiewende gestellt. Im BMHKW werden Holzhackschnitzel in Strom und Wärme umgewandelt.


Der Standort am Rand des Spessarts und des Odenwaldes bedeutet kurze Transportwege und eine hohe Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz. Hier werden jährlich mit Kraft-Wärmekopplung rund 10.000 MWh Strom und 35.000 MWh genutzte Wärme erzeugt. Im Ver-gleich zur Verwendung fossiler Brennstoffe werden durch die Verbrennung von Holz pro Jahr ca. 15.000 Tonnen CO2 eingespart.


Die Wärme aus dem BMHKW dient einerseits zur Trocknung von Klärschlamm. Zudem wird diese als „Ökowärme“ an das 8,4 km lange Fernwärmenetz weitergegeben, das Teile des Stadtteils Leider und der Aschaffenburger Innenstadt versorgt. Mit Ökowärme beheizt werden zum Beispiel das Schloss Johannisburg, das Rathaus, die Stadthalle, verschiedene Museen und Kirchen.


Ende 2019 wurde Aschaffenburg als „Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe 2020“ ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises hat die Jury besonders die ökologische Energieerzeugung im BMHKW gewürdigt.




Über uns


Strom, Gas, Trinkwasser, Wärme, ÖPNV, Parken, Stromtankstellen, Carsharing, Stadtwerke-Wlan, Recyclinghöfe, Müllabfuhr, Baden, Saunieren, Eislaufen...


Alle diese Leistungen und viele weitere aus den Bereichen Service, Entsorgung, Verkehr, Parken, Energie, Wasser und Freizeit, die jeden Bürger durch den Tag be-gleiten und ihm das Leben erleichtern, liefern die Stadtwerke Aschaffenburg.


Die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG) ist das größte Tochterunternehmen der Stadtwerke und versorgt die Region mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Zu den Stadtwerken gehört auch die Aschaffenburger Bäder und Eis-sporthallen-GmbH mit der Sauna, der Eishalle, dem Hallen- und dem Freibad. Au-ßerdem sind die Stadtwerke verantwortlich für die Abfallentsorgung und Straßen-reinigung sowie für den öffentlichen Personennahverkehr (Stadtbusse), die städti-schen Parkhäuser und das Digitale Gründerzentrum.


Mehr unter www.stwab.de




Mehr Wissen…


So erzeugt das Kraftwerk (BMHKW ) Strom und Wärme aus Holz:

• Verfahren: Organic Rankine Cycle (ORC)
• Nutzbare thermische Leistung: 8 Megawatt
• Organisches Arbeitsmittel: Silikonöl
• maximale Feuerungswärmeleistung: 12 Megawatt
• Dadurch erzeugter Strom: 10.400 Megawattstunden
• Dadurch erzeugte Wärme: 48.300 Megawattstunden

Die von der Biomasseverfeuerung erzeugte Wärme wird über einen Thermoölkessel an den Organic Rankine Cycle (ORC)Prozess übertragen.

Der ORC ist dem Wasser-Dampf-Prozess (Clausius Rankine Cycle) ähnlich. Statt Wasser wird ein organisches Arbeitsmittel, in unserem Fall Silikonöl verwendet, das bereits bei niedri-geren Temperaturen und Drücken verdampft.
Thermoöl wird deshalb als Wärmeträgermedium verwendet, da die für den Betrieb des ORC-Prozesses erforderlichen Temperaturen (bis ca. 320 °C Vorlauftemperaturen) erreicht wer-den, bei gleichzeitig praktisch drucklosem Kesselbetrieb.
Die Wärme des Thermoöls wird im Verdampfer des ORC-Prozesses für die Verdampfung des organischen Arbeitsmittels (Silikonöl) genutzt. Der im Verdampfer erzeugte Dampf wird einer Turbine zugeführt, in der dieser entspannt und dabei mechanische Energie erzeugt wird, um damit einen Generator zur Stromerzeugung anzutreiben.
Der Strom wird nun direkt ins Netz geleitet, wodurch viele Haushalte und öffentliche Gebäude in Aschaffenburg mit Strom versorgt werden. Viele Formen der Stromerzeugung gehen mit gleichzeitiger Abwärmeerzeugung einher. Dies ist auch bei unserem Biomasseheizkraftwerk der Fall. Diesen Zusatznutzen können wir durch die Einspeisung in das Fernwärmenetz in Leider optimal ausschöpfen. Die eingespeiste Abwärme ist von hoher ökologischer Güte, da diese in einem Kraft-Wärme-Kopplungsprozess bei hoher Effizienz und niedriger Umweltbe-lastung erzeugt wird.
Die Abwärme des Turbinenabdampfes wird an einen Heizwasserkreislauf übertragen, das heißt hier:
• an das 8,4 km lange Fernwärmenetz
• an den Trockner für die Klärschlammtrocknung
Dabei kondensiert das organische Arbeitsmittel und wird erneut dem Verdampfer zugeführt. Der Kreislauf ist damit geschlossen.
Sie sind neugierig wie unser BMHKW von innen aussieht? Dann schauen Sie doch einfach mal rein: https://www.youtube.com/watch?v=3s3h8pNstbc





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