Exponat 027 – Deutsches Museum - Flugwerft Schleißheim

Flügelschnitt in Holzbauweise

Motorsegler Scheibe SF-25 „Falke“, Dachau, 1965

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Exponatbeschreibung 027: Flügelschnitt


Flügelschnitt vom Motorsegler Scheibe SF-25 „Falke“, Dachau, 1965 Holz war anfangs der bevorzugte Werkstoff beim Bau von Flugzeugen. Bereits die ersten Gleitflugzeuge von Otto Lilienthal und das Motorflugzeug der Brüder Wilbur und Orville Wright, denen 1903 der erste Motorflug gelang, waren aus Holz gebaut. Der konstruktive Aufbau bestand jeweils aus einem Holzgerüst, das mit Stoff bespannt und durch Drahtverspannung versteift war. Diese Bauart war Stand der Technik bis Ende der 1920 Jahre, als zunehmend die Metallbauweise eingeführt wurde, geschuldet der Entwicklung hin zu höherer Geschwindigkeit und größerer Masse der Flugzeuge. Heute wird Holz im Flugzeugbau nur noch bei kleineren Flugzeugen verwendet. Dazu zählt der Motorsegler “Falke“, von dem das Exponat stammt. Seit 1963 wird er in Serie gebaut und ist mit über 1500 Exemplaren der meistgebaute Motorsegler. Scheibe SF-25C (Foto: Carsten Karge)




Holziges Umweltstatement


Holz als Werkstoff ist für die Verwendung im Flugzeugbau sehr gut geeignet: Es hat eine relativ hohe Festigkeit, ist leicht und gut zu bearbeiten. Es ist ein nachwachsender Rohstoff der nicht zu Neige geht. Die Verwendung ist aber eingeschränkt, da die Materialeigenschaften nicht mehr den heutigen Anforderungen im zivilen und militärischen Flugzeugbau entsprechen. Daher wurde Holz abgelöst durch die Metallbauweise und die Kunststoffbaubauweise. Allerdings sind hier die Ressourcen beschränkt, sie basieren auf Aluminium bzw. Erdöl, und gerade bei der zunehmend an Bedeutung gewinnenden Kunststoffbauweise ist Entsorgung und Recycling schwierig.




Über uns


Deutschen Museum - Flugwerft Schleißheim Auf rund 8000 m² werden über 70 Flugzeuge aus allen Epochen der Luftfahrt ausgestellt, vom Lilienthal-Gleiter bis zum Eurofighter. Das Museum wurde 1992 eröffnet und ergänzt die Luft- und Raumfahrtausstellung im Stammhaus „Deutsches Museum“ in München. Es liegt am Rande eines des ältesten und noch betriebenen Flugplatzes Deutschlands, der 1912, in der Pionierzeit der Luftfahrt, für die Königlich-bayerische Fliegertruppe angelegt wurde. Kern des Museums bilden historische Flugplatzgebäude aus der Anfangszeit: Die “Kommandantur“ aus dem Jahr 1912 und die historische Flugwerft, die 1918-19 für die Fliegertruppe erbaut wurde. Ergänzt werden sie durch eine große Ausstellungshalle und eine Restaurierungswerkstatt, die von den Besuchern von einer Galerie aus eingesehen werden kann. Deutschen Museum - Flugwerft Schleißheim Effnerstraße 18, 85764 Oberschleißheim, www.deutsches-museum/flugwerft




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Der Flügel hat die Aufgabe, das Flugzeug in die Luft zu heben. Sein Querschnitt ist daher als auftriebserzeugendes Profil ausgebildet. Auftrieb und Gewicht des Flugzeugs beanspruchen den Flügel auf Biegung. Zusätzlich entsteht ein Torsionsmoment, das den Flügel verdreht. Um diesen beiden Belastungen gut widerstehen zu können, ist der Querschnitt optimiert. Die Biegebeanspruchung von dem Holm aufgenommen, der an der dicksten Stelle des Profils bei 1/3 der Profiltiefe angeordnet ist und somit die maximal mögliche Bauhöhe ausnützt. Der Holm ist als Doppel-T-Träger ausgebildet, mit Ober- und Untergurt aus Buchenschichtholz und Stegen aus Birkensperrholz. Das Profilvorderteil, die sogenannte Torsionsnase, ist, in Verbindung mit dem Holm, als geschlossener Querschnitt aus Birkensperrholz ausgebildet und nimmt das Torsionsmoment auf. Der hintere Teil des Profils wird aus Rippen (Birkensperrholz und Kiefernleisten) gebildet, die die aerodynamische Form geben. Dieser Teil ist mit Stoff bespannt.





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