Exponat 040 – Museen der Stadt Bamberg

Miniatur-Stühle aus Nussbaum  

um 1900, Möbelmanufaktur Gg.M. Müller, Bamberg

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Exponatbeschreibung 040: Miniatur-Stühle aus Nussbaum


Die drei Miniatur-Stühle aus Nussbaum mit Ledersitzfläche entstanden um 1900 in der Werkstatt der traditionsreichen Bamberger Möbelmanufaktur Gg.M. Müller. Da sie lange im privaten Familienbesitz waren, handelt es sich wohl um Puppenstühle. Zudem waren für handliche Kleinmöbel wie z.B. Stühle Modelle eher unnötig. Gegen Modellmöbel spricht auch die Verwendung der nicht maßstabsgerechten Möbelnägel. Stilistisch sind die Stühlchen dem Historismus zuzuordnen, die barocken Formen (gedrechselte Säulchen; Schnitzmotive wie z.B. der Maskenko

pf ) verweisen auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Firma Gg.M. Müller war weit über Bamberg hinaus bekannt für ihre Möbel und hervorragende Schnitzarbeiten; sie nahm 1888 an der „Deutsch-Nationalen Kunstgewerbe Ausstellung“ in München mit einem „Bamberger Zimmer“ teil, in dem sich Stühle befanden, die den gezeigten sehr ähnlich sind.




Holziges Umweltstatement


Möbel aus Holz gehören zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Die frühesten erhaltenen Möbel stammen aus ägyptischen Gräbern des 3/2. Jahrtausends v. Chr.

Holz ist ein guter Werkstoff um Möbel zu bauen, es war und ist fast überall verfügbar.

Man unterscheidet nach Funktion in Bewahrmöbel (Truhen, Schränke, Kommoden), Tafelmöbel (Tische) und Sitz- und Liegemöbel (Hocker, Stühle, Betten). Die Bezeichnung Möbel leitet sich ab vom lateinischen Wort mobilis = beweglich, sie ist seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich.

Umweltfreundlich sind Holzmöbel wegen des natürlichen Materials, aber auch wegen ihrer Langlebigkeit. Möbel wurden von Generation zu Generation vererbt. Zudem kann ein eleganter, teurer Wohnzimmertisch erst zum Küchentisch werden und dann in eine Werkstatt im Keller oder auf den Flohmarkt wandern, von wo ihn zwei Generationen später jemand wieder in sein Wohnzimmer stellt.




Über uns


Die Museen der Stadt Bamberg im Herzen des UNESCO-Welterbestadt sind Orte der Bewahrung, Pflege, Erforschung, Präsentation und Vermittlung eines reichen Bestandes von Kunst- und Geschichtszeugnissen, überwiegend aus dem Besitz der Stadt Bamberg und des Historischen Vereins Bamberg, ergänzt um bedeutende Leihgaben.

Ältester Teil des Dreigestirns ist das Historische Museum, gegründet 1838 als Städtische Kunstsammlung, heute am Domplatz in der Alten Hofhaltung untergebracht. Die alte Kaiser- und Bischofspfalz zählt mit ihrem von Fachwerkgebäuden umgebenen Hof zu den schönsten Bauten Deutschlands.

Seit 1987 betreibt die Stadt Bamberg dazu noch ein Ausstellungshaus in der Villa Dessauer, erbaut 1884 für einen jüdischen Hopfenhändler, die Stadtgalerie Bamberg – Villa Dessauer. Der Porzellan- und Fayencekunst des 18. Jahrhunderts ist seit 1995 die Sammlung Ludwig im Alten Rathaus gewidmet.

Museen der Stadt Bamberg, Obere Brücke 1, 96047 Bamberg, www.museum.bamberg.de





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