Die drei Miniatur-Stühle aus Nussbaum mit Ledersitzfläche entstanden um 1900 in der Werkstatt der traditionsreichen Bamberger Möbelmanufaktur Gg. M. Müller. Da sie lange im privaten Familienbesitz waren, handelt es sich wohl um Puppenstühle. Zudem waren für handliche Kleinmöbel wie z.B. Stühle Modelle eher unnötig. Gegen Modellmöbel spricht auch die Verwendung der nicht maßstabsgerechten Möbelnägel. Stilistisch sind die Stühlchen dem Historismus zuzuordnen, die barocken Formen (gedrechselte Säulchen; Schnitzmotive wie z.B. der Maskenkopf ) verweisen auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die Firma Gg. M. Müller war weit über Bamberg hinaus bekannt für ihre Möbel und hervorragende Schnitzarbeiten; sie nahm 1888 an der „Deutsch-Nationalen Kunstgewerbe Ausstellung“ in München mit einem „Bamberger Zimmer“ teil, in dem sich Stühle befanden, die den gezeigten sehr ähnlich sind.